Spätwinterhitze

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Das Werk Spätwinterhitze wurde 2004 von Frank Klötgen online und als CD-ROM veröffentlicht.


Kurzinfo zum Werk


Spaet.jpg

Ausschnitt aus "Spätwinterhitze"

Autor Frank Klötgen
Titel Spätwinterhitze
Jahr 2004
Genehmigung Genehmigung erteilt
Liveversion http://aaleskorte.de/vollwinter/
archivierte Version http://literatur-im-netz.dla-marbach.de/bsz396878636.html
Katalogeintrag in Kallias http://www.dla-marbach.de/index.php?id=51890&ADISDB=AK&WEB=JA&ADISOI=01358854
verwendete Archivierungsmethode Spiegelung
Qualität der Spiegelung Basisfunktionalität erreicht, Inhalt vollständig erfasst
Status des Wikieintrags abgeschlossen

Beschreibung

Beschreibung durch den Autor

Die Erstellung der "Spätwinterhitze" zog sich von 1998 bis 2004 hin. Mit dem Schwung des gewonnenen Pegasus-Preises gestartet, litt die Weiterführung des Projekts unter einem Umzug nach Hamburg und der Einstellung des Autors als Webmaster bei Universal Music. Dennoch wurde ununterbrochen an der Hyperfiction weitergearbeitet - zum Teil mit festen Vorgaben wie 25 Html-Seiten pro Woche. Als sich mit Voland&Quist sowie der edition hyperfiction Interessenten für die Veröffentlichung von "Spätwinterhitze" meldeten, nahm die Produktion 2004 noch einmal Fahrt auf und wurde alsbald fertiggestellt, so dass sie im Dezember 2004 als CD-ROM im Buchumschlag veröffentlicht werden konnte.

Die Hyperfiction simuliert einen Kriminalroman, der das Verschwinden einer von der Firma Headserve vermittelten Führungskraft betrifft. Der Ich-Erzähler stellt Recherchen im Auftrag der Agentur an und wird selbst in den Fall verwickelt, was zu einem Showdown am Ende des Romans führt. Hierzu stehen ihm viele simulierte Hilfsmittel zur Verfügung, die im ansonsten scheinbar linear verlaufenden Handlungsstrang vom Leser unterschiedlich intensiv genutzt werden können. So unterhält der Leser ein virtuelles Mailfach, in dem im Laufe des Romans Nachrichten eintreffen, anhand derer Recherchen auch außerhalb des Romans angestellt werden können (z.B. im Headserve-Archiv oder auf Homepages, die sich aus den Mail-Adressen erschließen lassen und tatsächlich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von "Spätwinterhitze" online waren). Außerdem sind Autoresponder aktiv, die entsprechend auf ein Anschreiben über ein reales Mailfach reagieren. Zudem konnte sich der Leser am Ende jedes Kapitels in einer virtuellen Kneipe mit aktuellen Lesern (aus allen Kapiteln) via Chat austauschen oder - zeitversetzt - über das dort ausliegende Gästebuch. Beide Applikationen sind mittlerweile nicht mehr aktiv.

Die Gestaltung der Hyperfiction hat sich an der Minimierung der Datenmenge orientiert, da "Spätwinterhitze" ursprünglich für das Lesen über das Internet verfasst wurde und auch einen Datendurchsatz von 28,8 kb/s mitberücksichtigte. Filmsequenzen wurden im damals üblichen, nun weitgehend verschwundenen Real-Format angefertigt, da dies ein Abspielen während des Ladens des Gesamtfilms ermöglichte. Die Grafiken sind zweifarbige GIFs - über Transparenz werden auf andersfarbigen GIFs mehrdimensionale Eindrücke erzeugt, Bewegungen durch Änderungen der Größe/Position nachgebildet. Die Gesamtdatenmenge aller in der "Spätwinterhitze" verwandten Grafiken liegt weit unter einem Megabyte. Auch die Sounddateien (als Flashfilme - zum Teil in Endlosschleifen - eingebunden) schlagen mit lediglich 800 kb zu Buche. Der Leser navigiert sich nur scheinbar linear durch die Geschichte. Neben Abzweigungen, die über parallel auswählbare Links den Leser bewusst für einen Weg entscheiden lassen, gibt es automatische Weiterleitungen, die anhand von Cookie-Auswertungen erfolgen. Diese Cookie-Speicherung ist insbesondere für den Ausgang der Story entscheidend.

Für die "Spätwinterhitze" wurden unterschiedliche Versionen erstellt, um die unterschiedliche Handhabung von Cookies und überlagender Grafiken sowie der Kommunikation zwischen Pop-Up-Fenstern und der Mainframes zu bewältigen, die bei den zur Erstellung relevanten Browsergenerationen festgestellt wurden. Außerdem erfolgt zu Beginn der Geschichte ein Test der Browsereinstellungen, Bildschirmauflösung und installierten PlugIns - nebst Weiterleitung zu den entsprechend angepassten Versionen oder Hinweisen zur Beseitigung von Abspielproblemen.

Angaben zum Inhalt

Beat Suter schreibt über das Werk:

"Das nächste Projekt „Spätwinterhitze“ beschäftigte Klötgen fünf lange Jahre und hatte stärkeren multimedialen Charakter. Die verwendeten Formate für Film und Audio sowie die Browsertechnologien hatten sich derart stark verändert in jenen fünf Jahren, dass Klötgen seine technischen Implementationen ständig nachbessern oder ganz ändern musste. Eine amüsante Aufarbeitung dieser Schwierigkeiten während und nach Herausgabe des Krimis ist im Essay von Klötgen „Das Siechtum nach der Deadline“ (2010) zu finden. Der interaktive Krimi erschien 2004 auf CD-­ROM und hatte ein gutes Echo, das bis in technologische Online-­Magazine reichte. Der Krimi wurde nicht zuletzt auch als ein Spiel wahrgenommen. Schließlich entstanden auch wissenschaftliche Abhandlungen, die eine Analyse von „Spätwinterhitze“ in ihr Zentrum stellen."[1]

Florian Hartling über das Werk:

"Ein bemerkenswertes Projekt ist "Spätwinterhitze" von Frank Klötgen. In diesem "Internetkrimi" wird der Betrachter zum Protagonisten der Geschichte, die er eher im Stil eines Adventure-Computerspiels steuern kann."[2]

Die Cyberfiction-Liste enthält eine Vorankündigung der TAZ aus dem Januar 2005:

""Spätwinterhitze" ist ein interaktiver Krimi und Meilenstein der digitalen Literatur. Ein Roman im Stil des "film noir" mit stimmungsvollen Animationen und Sounds auf CD-ROM. Der Autor Frank Klötgen sprengt dabei die Grenzen zwischen Buch, Comic und Computerspiel und verbindet Leseerlebnis und literarische Qualität eines Krimis mit den multimedialen Möglichkeiten des Computerzeitalters. Der Roman sprengt aber auch seine eigenen Grenzen, indem die Leser über Gästebuch und Chats miteinander in Kontakt treten können und Autoresponder von E-Mailkonten und korrespondierende Homepages die Recherchearbeit der Leser ins Internet erweitern. Spätwinterhitze besteht aus weit über 2000 HTML-Seiten, die vom Autor selbst in fünfjähriger Arbeit geschrieben und gestaltet wurden, ebenso wie alle Sounds (zumeist mit der eigenen Band eingespielt) sowie die Grafiken. Der Leser schlüpft in die Rolle des Ich-Erzählers und steuert sich als Mitarbeiter einer Headhunter-Agentur durch den Roman. Dabei kommt er hinter die Machenschaften eines Weltkonzerns, der zuhause Politiker schmiert, Mitwisser unschädlich macht und im Ausland unter dem Schutzschild von Diktaturen humangenetische Experimente betreiben lässt. Ein mysteriöser Todesfall und ein totgeglaubter Störenfried geben Rätsel auf - der Leser wird mehr und mehr in ein bedrohliches Spiel verwickelt. Ob er da heil rauskommt,hängt nicht zuletzt von seinem kriminalistischen Gespür ab ... Frank Klötgen erhielt von der ZEIT 1998 für seine "Aaleskorte der Ölig"den deutschen Preis für Internet-Literatur, nun erscheint mit seiner "Spätwinterhitze" als edition cyberfiction 4 die erste deutschsprachige Hyperfiction in Romanlänge."[3]

Änderungen in der Darstellung

technisch bedingt

versionsbedingt

Besonderheiten

keine bekannt

Technische Beschreibung

nicht verfügbar

Abspielvoraussetzungen

nicht bekannt

Archivierungsprozess

Die Beurteilung der Spiegelungsfähigkeit beruht auf dem Paper „CLEAR: a credible method to evaluate website archivability“ [4] und wurde mit Hilfe des Online-Tools ArchiveReady [5] durchgeführt. Genauere Informationen sind dem Bericht zu entnehmen.

Zum Bericht


Nach erfolgter Spiegelung wurde die Qualität dieser beurteilt. Dabei wurde festgestellt, dass bei der Archivierung dieses Werks die Basisfunktionalität erreicht wurde. Der Inhalt wurde ebenfalls vollständig erfasst. Einzelheiten sind dem Bericht zu entnehmen.

Zum Bericht

Sekundärliteratur

  • Piestrak, Dorota (2009): Hypermediale Fiktionen. Zu einem Phänomen der Digitalen Literatur, Frankfurt am Main: Peter Lang
  • Stiewe, Kerstin (2011): Analyzing Digital Literature. The Analysis of (Crime) Fiction in the Digital Medium, Aachen: Shaker Verlag
  • Klötgen, Frank (2010): Das Siechtum nach der Deadline. In: Florian Hartling, Beat Suter(Hrsg.)(2010): Archivierung von digitaler Literatur. Probleme – Tendenzen - Perspektiven. Frankfurt am Main: Peter Lang. (= Sonderheft SPIEL. Siegener Periodicum zur Internationalen Empirischen Literaturwissenschaft. Jg. 29 (2010). H. 1+2)

Quellen

  1. Suter, Beat (2012): Von Theo Lutz zur Netzliteratur. Die Entwicklung der deutschsprachigen elektronischen Literatur, S. 24, Stand: 15.01.2014
  2. Hartling, Florian (2009): Der digitale Autor. Autorenschaft im Zeitalter des Internets, transcript-Verl., S. 264
  3. Cyberfiction-Liste. Eintrag zu "Spätwinterhitze" [Quelle ist inzwischen offline]
  4. Banos et al.: CLEAR: a credible method to evaluate website archivability. Lisabon. 2013. Online verfügbar
  5. http://archiveready.com/
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